Wer den MillTower im 8. Stock des kybun Towers besucht, kommt meist für zwei Dinge: die spektakuläre 360°-Aussicht über Roggwil und die kulinarische Präzision auf dem Teller. Doch während unser Chef de Cuisine Satoshi Shibamura mit der Disziplin eines Profisportlers die Messer schwingt, verbirgt sich hinter manchen Kreationen eine echte Ingenieursleistung.
Heute in der Masterclass: Das Gunkan-maki. In der Welt des Sushi ist es das, was ein Hochhaus für die Architektur ist – eine Lösung für ein Platzproblem.
Stell dir vor, du hast die edelsten Zutaten des Meeres vor dir: cremigen Uni (Seeigel) oder leuchtend orangefarbenen Ikura (Lachsrogen). Diese Delikatessen haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind so zart und flüssig, dass sie auf einem klassischen, handgepressten Reisball (Nigiri) einfach keinen Halt finden würden. Sie würden abrutschen, bevor sie deinen Gaumen erreichen.
Wie löst ein Sushi-Meister ein physikalisches Problem? Die Antwort kam im Jahr 1941 aus dem berühmten Restaurant Ginza Kyubey in Tokio. Die Köche standen vor der Herausforderung, diese instabilen Toppings elegant zu servieren. Ihre Lösung war so simpel wie genial: Sie bauten eine Mauer. Ein Streifen aus geröstetem Nori-Algenblatt wird so eng um die Reisbasis gewickelt, dass er oben übersteht. Es entsteht ein kleiner Behälter – ein „Schiffskörper“, der die kostbare Fracht sicher hält.
Der Name ist kein Zufall. „Gunkan“ bedeutet auf Japanisch wörtlich Schlachtschiff. Schau dir das Sushi-Stück einmal von der Seite an: Die dunkle, ovale Silhouette des Nori-Blatts und der massive „Rumpf“ aus Essigreis erinnern frappierend an den Rumpf eines Marine-Zerstörers, der durch die Wellen pflügt.
Micro-Fact: Nori, das „Meeresmoos“, ist ein echtes Superfood. Es ist reich an Vitamin A, B1 und B2 sowie wichtigen Mineralien wie Magnesium und Zink. Im MillTower nutzen wir für unsere Hähnchenbrustrolle mit Koreanischem Nori und unsere Sushi-Variationen nur beste Qualitäten, damit der „Schiffskörper“ nicht nur stabil, sondern auch nährstoffreich ist.
Wenn Satoshi in der Küche des MillTower ein Gunkan-maki anrichtet, zählt jede Sekunde. Denn hier begegnen sich zwei Welten: das feuchte Topping und das knusprige Nori.
Warum muss man Gunkan-maki sofort essen, wenn es serviert wird? Sobald das Nori-Blatt mit dem feuchten Reis oder dem saftigen Kaviar in Berührung kommt, beginnt es, Feuchtigkeit aufzusaugen. Innerhalb weniger Minuten verliert die Alge ihren „Snap“ – jenen unvergleichlichen Knusper-Effekt, der den Kontrast zum weichen Reis bildet. Ein echtes Schlachtschiff darf nicht aufgeweicht in den Hafen einlaufen!
Erinnerst du dich an unseren Post über den Ingwer (Gari)? Hier feiert er sein grosses Comeback. Da man ein Gunkan-maki aufgrund der losen Füllung niemals kopfüber in die Sojasauce tunken sollte (es sei denn, man möchte Ikura-Suppe in der Schale), nutzen Profis den Ingwer als Werkzeug.
Im MillTower leben wir die Asian Fusion Elevated Philosophie. Das bedeutet, dass wir die traditionelle Gunkan-Architektur nutzen, um Brücken zu bauen. Ob unser klassischer Ikura Gunkan mit feinstem Lachsrogen oder kreative Variationen in unserem Chef’s Choice Menü – wir kombinieren japanische Disziplin mit der Herzlichkeit des Thurgaus.
Lust auf ein wenig Architektur im Mund? Egal, ob du zum Business Lunch aus Langenthal rüberkommst oder einen romantischen Abend über den Dächern von Roggwil planst: Probier bei deinem nächsten Besuch bewusst ein Gunkan-maki und achte auf den „Bauplan“.
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